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Die Schwitzhüttenzeremonie

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Inipi, die Schwitzhütte, ist ein altes Heilungs- und Reinigungsritual. Der Legende nach brachte Inyan Hokshi, der Steinjunge, das Ritual der Schwitzhütte zu den Lakota. Dort wurde es von Generation zu Generation weitergegeben, bis die Zeit reif war dieses mit allen Menschen zu teilen. Und so brachte Archie Fire Lame Deer die Schwitzhüttenzeremonie zu uns nach Europa. Auch unsere Vorfahren kannten solche Schwitz-Rituale, doch leider ging uns der heilige Raum verloren, so dass davon nur noch die Sauna übrig blieb.

Die Schwitzhütte besteht aus einem Gerüst aus meist 16 Weiden- oder Haselstäben. Es gibt jedoch auch spezielle Hütten mit mehr oder weniger Stäben. Jeder Stab hat seine eigene Bedeutung, seine eigene Energie und wurde beim Bau der Hütte entsprechend geweiht. In der Mythologie der Lakota entsprechen diese 16 Stäbe den ersten 16 Schöpfungsschritten. Das ganze Gerüst wurde traditionell mit Fellen bedeckt. Wir verwenden heute Decken und eine Plane. Die Hütte ist über den Weg Unchi mit der Feuerstelle verbunden. In der Feuerstelle werden die für die Zeremonie sorgfälltig ausgewählten Steine erhitzt, bis sie rot glühen. Dies ist die Aufgabe des Feuerhüters. Sind die ersten Steine heiß genug, so betreten wir nacheinander die Hütte im Uhrzeigersinn.

Wir gehen leicht bekleidet ins Inipi. Männer in einer Shorts, Frauen mit T-shirt und z.B. Sarong. Frauen in ihrer Mondzeit (die ihre Periode haben) dürfen bei den Zeremonien die ich leite mit ins Inipi. Dies ist in einigen Traditionen anders. Während ihrer Tage ist eine Frau in einer spirituell sehr tiefen und starken Kraft. Diese Kraft kann dem Kreis aller Anwesenden dienen, denn die Kraft eines Kreises, auch der im Inipi, lebt von dem was alle Beteiligten bereit und in der Lage sind, einzubringen. Es gibt keinen Grund vor dieser Kraft Angst zu haben.

Die Schwitzhütte ist ein heiliger, geschützter Ort. Wir befinden uns im Bauch von Mutter Erde. In der Schwitzhütte ist es dunkel und eng. Zu Beginn der Zeremonie werden vom Feuerhüter die ersten heißen Steine hereingebracht. Sie kommen in einen Aushub in der Mitte der Hütte. Wir laden die Kräfte der Schöpfung, die Spirits, unsere Ahnen und weitere Helfer ein, uns zu unterstützen. Immer wieder gibt es Aufgüsse mit Wasser. Der Atem der Großväter erfüllt den Raum und es wird heiß. Die beste Art der Zeremonie beizuwohnen, ist sich dem Geschehen hinzugeben und geschehen zu lassen, was geschehen soll. Wenn wir es zulassen werden wir in diesem heiligen Raum dort abgeholt wo wir stehen und ein Stück weiter getragen. Dabei hilft auch den Platz bzw. Stab an dem jeder einzelne sitzt, denn die spezielle Energie kann den jeweiligen Prozess des einzelnen unterstützen und Wachstumsschritte anstoßen.

Traditionell gibt es 4 Runden. Je eine für Körper, Verstand, Herz und Seele. Es gibt Zeit zu Beten und zu Danken. Die Zeremonie wird getragen von Gesängen, Trommel, Rassel, Klängen. Zwischen den Runden wird die Tür geöffnet und neue Steine kommen herein. Ist die Tür offen, kann das Inipi verlassen werden, doch wer draußen ist kommt für die laufende Zeremonie nicht wieder herein. Als Schwitzhüttenleiterin habe ich kein fertiges Konzept für das, was dort während der Zeremonie geschieht. Ich bin ein Werkzeug der Schöpfung und lasse mich leiten. Daher kann es auch passieren, das eine Zeremonie weniger oder mehr als 4 Runden hat. Sie kann 2 h dauern oder auch 4 h oder mehr. Aber Zeit in unserem Sinne gibt es in der Schwitzhütte sowieso nicht. Was auf der Uhr vier Stunden waren, hat der eine als gerade mal 30 Minuten empfunden, während es für den anderen eine Ewigkeit gewesen sein kann.

Wer Interesse hat, einmal eine solche Zeremonie zu erleben, kann sich bei mir per email melden oder schaut unter „Termine“. Dort stelle ich meine Termine für Schwitzhüttenzeremonien und Seminare mit Schwitzhütten ein. Doch es gibt auch Veranstaltungen außer der Reihe ... Für Interessenten von weiter weg vermittle ich bei Interesse gerne an mir bekannte Schwitzhüttenmedizinmenschen im deutschen Raum weiter.

Fußnote: Die Teilnahme an einer Schwitzhüttenzeremonie erfolgt trotz größter Sorgfalt meinerseits immer auf eigene Gefahr. Bei gesundheitlichen Bedenken oder Problemen, ziehen Sie bitte unbedingt vorher Ihren Arzt oder Therapeuten zu Rate !

 

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Zitat

Auch eine Reise von zehntausend Meilen beginnt mit einem Schritt.

(Laotse)